Ein wilder Streik von Beschäftigten der Fluggesellschaft Alitalia hat am Dienstag zu chaotischen Verhältnissen auf italienischen Flughäfen geführt. Wegen des Streiks wurden bereits am Montag Dutzende Flüge abgesagt, zahlreiche Passagiere mussten die Nacht auf dem Fußboden oder in Stühlen der Abflughalle verbringen. Am Dienstag bildeten sich auf dem römischen Flughafen Leonardo da Vinci an Check-in-Schaltern der Alitalia Warteschlangen von 60 Metern Länge. Dort wurden am Morgen 25 Flüge abgesagt, auf dem Mailänder Linate-Flughafen weitere 37.

Aufgebrachte Fluggäste bedrohten Mitarbeiter des Bodenpersonals, in einigen Fällen musste die Polizei die Gemüter beruhigen. Rund 200 Flugbegleiter und Piloten waren am Montag überraschend in einen Streik getreten und hatten in Rom arbeitswillige Kollegen am Betreten des Terminals gehindert. Die Streikenden protestieren gegen einen Plan zur Rettung der schwer angeschlagenen Fluggesellschaft, der Streckenstilllegungen und Stellenstreichungen vorsieht. Verkehrsminister Altero Matteoli wies die Streikenden am Montagabend an, die Arbeit wiederaufzunehmen.
Das Chaos wurde verschärft durch Aufräumarbeiten auf dem zweitgrößten römischen Flughafen, Ciampino. Dort war eine Maschine der Ryanair am Montag nach einer Kollision mit Vögeln notgelandet. Dabei erlitten sechs Passagiere und Besatzungsmitglieder leichte Verletzungen. Die Boeing 737 wurde beschädigt. Der Flughafen sollte bis Dienstagabend geschlossen bleiben, wie die italienische Luftfahrtbehörde ENAC mitteilte.


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