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Mehr als 50 Milliarden Dollar Anlagegelder in Madoff-Fonds verbrannt



15. Dezember 2008, 11:31 CET

Der letzte Woche aufgeflogene Betrug durch die Hedgefonds von Ex-Nasdaq-Chef Bernard Madoff bringt neue Riesenverluste von etlichen Großbanken in Europa ans Licht. Die französische BNP Paribas bezifferte den möglichen Schaden auf 350 Milliarden Euro, das von der Finanzkrise ohnehin schwer angeschlagene belgisch-französische Institut Natixis fürchtet Verluste von bis zu 450 Millionen Euro. Die Kunden der spanischen Gruppe Santander legten insgesamt 2,33 Milliarden Euro bei Madoff an. Geld, das wahrscheinlich vollständig verbrannt ist.


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Madoff ist Gründer der Bernard L. Madoff Investment Securities LLC. Er war maßgeblich am Aufbau der Technologiebörse Nasdaq beteiligt. Zeitweise war er deren Verwaltungsratsvorsitzender. Wegen Verdachts auf massiven Betrug war Madoff am Donnerstag festgenommen und die Konten seiner Fonds eingefroren worden. Nach Angaben der Ermittler hatte Madoff eingeräumt, bei dem Geschäft habe es sich um «eine einzige große Lüge» gehandelt, es sei ein Schneeball-System enormen Ausmaßes gewesen. Tatsächlich sei er seit Jahren zahlungsunfähig. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft und eine Geldstrafe bis zu fünf Millionen Dollar.

Die Ermittler in New York fürchten Verluste von insgesamt 50 Milliarden Dollar, neben Banken hatten auch dutzende Wohltätigkeitsorganisationen und Privatpersonen ihr Geld bei dem als seriös geltenden 70-Jährigen angelegt. Der Fall traf die Aufsichtsbehörden völlig unvorbereitet. Madoffs eigene Familie machte den Fall öffentlich.

Banken in Schweiz und Großbritannien betroffen

Natixis erklärte am Montag, zwar habe man keine Direktinvestitionen in Madoffs Hedgefonds getätigt. Allerdings seien 450 Millionen Euro von Klienten über Fonds indirekt bei Madoff Investment Securities angelegt worden. Der Schaden hänge davon ab, «in welchem Maß die Anlagen zurückgewonnen werden können». Das gleiche Szenario gilt für BNP Paribas, hieß es in einer kurzen Erklärung vom Sonntagabend.

Die Schweizer Reichmuth & Co gab ebenfalls ein Risiko von 350 Millionen Euro bekannt. Man bedaure ernsthaft, von dem mutmaßlichen Betrug betroffen zu sein, teilte die Bank ihren Kunden mit, ohne zunächst weitere Einzelheiten zu nennen.

Die Royal Bank of Scotland, zu 58 Prozent britisches Staatseigentum, bezifferte das Risiko auf 400 Millionen Pfund (446 Millionen Euro). Auch Banken in Fernost drohen in den Strudel mit hineingezogen zu werden. Das größte japanische Börseninstitut Nomura Holdings legte 27,5 Milliarden Yen (227 Millionen Euro) bei Madoff an.

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