Russland will US-Staatsanleihen verkaufen 11. Juni 2009, 00:14 CET
Russland verfügt derzeit über die weltweit drittgrößten Devisen- und Goldreserven. Etwa 30 Prozent der Reserven sind in US-Staatsanleihen angelegt - insgesamt rund 404 Mrd. US-Dollar. ![]() Russland will den Anteil von US-Staatsanleihen an seinen Währungsreserven reduzieren. Umschichtung in Sonderziehungsrechten (SZR) des IWF geplant. Photo: Reuters.
![]() ![]() "Dieser Anteil wird jetzt fallen, weil sich andere Möglichkeiten auftun", sagte der stellvertretende Zentralbankchef Alexej Uljukajew am Mittwoch. Russland werde seine Einlagen bei Geschäftsbanken erhöhen und Anleihen des Internationalen Währungsfonds (IWF) kaufen. Moskau hatte bereits vor einem Monat den Kauf von 10 Mrd. US-Dollar an IWF-Bonds in Aussicht gestellt. Wie die IWF-Anleihen genau aussehen, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich ist, dass sie auf Sonderziehungsrechte (SZR) lauten werden, und sich der Kupon auch an der gewöhnlichen Verzinsung von SZR orientieren wird. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte um sechs Basispunkte auf 3,92 Prozent. Das ist der höchste Stand seit sieben Monaten. Auch an den Währungsmärkten schlug die Nachricht ein, der US-Dollar-Index verlor deutlich an Boden und notierte bei unter 79,5 Punkten. Russland kritisierte in der Vergangenheit ebenso wie China die Vormachtstellung des Dollar. Der russische Präsident Dmitri Medwedew sagte kürzlich, dass Moskau womöglich dem Beispiel Pekings folgen und mit anderen Ländern Währungstauschabkommen schließen werde, um den Rubel international als Abrechungswährung zu stärken. China ging in der Vergangenheit - zumindest verbal - ebenfalls auf Distanz zu US-Anleihen. Es gab Warnungen in Richtung Fed, nicht einfach Geld zu drucken. Dies sei zugleich ein Hinweis darauf, dass Peking den Dollar als Leitwährung schrittweise ersetzen wird, so Beobachter. China hat ein Mitglied der Federal Reserve eindringlich darauf hingewiesen, dass man ziemlich irritiert über den Ankauf von Staatsanleihen durch die Fed sei. Copyright 2009 MMnews. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Material darf nicht veröffentlicht, übertragen, umgeschrieben oder weiterverbreitet werden.
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